Veröffentlicht auf 4. Juni 2014

Geschrieben von Cailb

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Veröffentlicht auf 2. Juni 2014

Nach meiner letzten, eher in die Kategorie „gruselig“ einzuordnenden, Erfahrung unsere Dentisten betreffend, resignierte ich erst einmal ein paar Jahre. Dann aber beschloss ich die Sache endlich wieder in Angriff zu nehmen, immerhin bin ich Raucher, und möchte nicht mit 40 Jahren ein Gebiss tragen. Eigentlich habe ich bislang auch sehr gute Zähne, doch meine letzte „Behandlung“ hat mir zwei angeschlagene Backenzähne und ein paar andere Kleinigkeiten eingebracht – mir war klar, nun würde das nicht mehr ganz so lustig werden. Bei Bewusstsein würde ich das definitiv nicht mitmachen, denn wenn sich jemand meinem Gesicht mit einer Nadel nähert, muss er mit einer Straftat rechnen. Also Narkose.

Aber wer bezahlt das? Die Krankenkasse? Natürlich nicht, lautete die Antwort, dann müsste sie das mühsam von mir abgeknöpfte Geld ja auch noch für mich ausgeben! Ein Unding. Aber, so eröffnete sich mir der Ausweg, denn bei Bescheinigung einer Zahnarztphobie zahlen sie dann doch. Nun, das sollte eigentlich kein Problem sein, fühlte ich mich mittlerweile schon beim Anblick einer solchen Praxis Ohnmacht und Herzinfarkt nahe. Aber wo bekomme ich so etwas her? Bei wem? Fragen, die zunächst eine kleine Internetrecherche nötig machten. Dabei eröffnete sich mir, völlig unerwartet, ein Paradies für jeden Phobiker. Da gab es tatsächlich Unmengen sensibler Zahnkliniken, sensibler Zahnärzte… nach eigener Aussage alle darauf spezialisiert dem furchterfüllten Patienten das Leben zu erleichtern. Sie drückten in wohlwollenden Texten ihr tiefes Verständnis aus, beteuerten, dass man sich für kein noch so scheußliches Gebiss zu schämen bräuchte, warben mit bedufteten Räumlichkeiten in mediterranem Stil und so weiter und so fort. Gut, letzteres interessierte mich eher weniger, immerhin wollte ich dort keinen Urlaub verbringen, aber alles in allem klang das sehr ermutigend.

Also schrieb ich den drei sich in meiner Stadt befindlichen Spezialisten je eine Mail, schilderte kurz mein Problem und fragte, wen man zwecks Ausstellen eines Attests denn kontaktieren könne. Man sollte ja meinen, dass eine Klinik, die mit der Behandlung von Angstpatienten unter Narkose wirbt, diese Frage des Öfteren hört, und eng mit einem entsprechenden Facharzt zusammenarbeitet. Weit gefehlt! So etwas wisse man nicht, sowieso sei die Behandlung nicht für Kassenpatienten geeignet, lautete die ernüchternde Antwort, und das gleich dreimal. Wieso denn nicht, es würde doch bezahlt? – wagte ich noch eine etwas irritierte Rückfrage. Nein, trotzdem nicht. Wieso? Ganz einfach, der Kassensatz für eine Narkose (250€ für die erste, 50 für jede weitere angefangene halbe Stunde) genügt nicht für Sensibilität.

Copyright? Ich!

Copyright? Ich!

Fazit:

Wer hoffnungsvoll geglaubt hat die „Stellen sie sich nicht so an“-Mentalität deutscher Zahnärzte sei über Nacht plötzlich tiefer Empathie gewichen, hat sich (wenigstens größtenteils) geirrt. Diese Dentisten werden erst beim Anblick eines prall gefüllten Portemonnaies von großer Sensibilität ergriffen, und das wohl auch eher beim Gedanken an den neuen Porsche.

Besonders perfide - und moralisch verwerflich - finde ich persönlich Folgendes: Schätzungen nach leiden 5-10% der Deutschen unter besagter Phobie, und so erschließt sich diesen Zahnärzten ein gewaltiger Markt. Viele dieser Menschen waren außergewöhnlich lange nicht mehr beim Zahnarzt, leiden Schmerzen und haben Kiefer, die sich in sehr traurigem Zustand befinden – da bekommt Zahngold mal eine ganz andere Bedeutung! Gleichzeitig sehnen sich solche Patienten nach einer schmerzfreien, menschenwürdigen Behandlung, und sind bereit dafür beinahe jeden Preis zu berappen, selbst wenn sie sich nur deshalb mit einem Kredit belasten müssen. Diese Verzweiflung wird weidlich ausgenutzt.

Da findet sich beispielsweise eine Zahnklinik XY, über die eine bekannte Zeitschrift gleich mehrere, begeisterte Artikel schrieb, so dass ich doch neugierig wurde, was dahinter steckte. Vorneweg die übliche Werbung, die vor Verständnis für diese leidvolle Erkrankung nur so triefte. Dann klickt man einmal auf „Finanzierung“ und das böse Erwachen folgt: Da ist, wortwörtlich, die Rede von individuellen Befunden, denen keine Preisliste gerecht werden kann (aka Kassensatz), von guter Behandlung, die es eben nicht zum „Nulltarif“ (Wir alle zahlen den ach so billigen Kassenbeitrag nur zum Spaß, hm?) gäbe und der Effizienz wegen gleich noch der Hinweis, mit wem man denn kooperiert und ein entsprechendes Beispiel für einen Kredit. Schlusssatz: „Mit dem richtigen finanziellen Rahmen ist die hohe Qualität Ihrer Zahnbehandlung gesichert!“, oder anders ausgedrückt, wer nicht zahlt, muss eben leiden. Na, wie sensibel klingt das in euren Ohren?

Ein Zahnarzt (oder Anästhesist), der keine Kassenpatienten behandelt, mag also vieles sein, aber was er sich auch auf die Fahnen schreibt, sensibel gehört ganz sicher nicht dazu. Wenn ich persönlich einen Wunsch frei hätte, gäbe es neben den zehn bekannten, auch einen elften Höllenkreis – eigens für diese Menschengattung.

Copyright? Ich!

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Geschrieben von Cailb

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Veröffentlicht auf 26. Mai 2014

Was ist das eigentlich bzw. was soll das sein?

Für alle, die es nicht wissen: Unter „Chemtrails“ verstehen manche Menschen das, was man gemeinhin Kondensstreifen nennt, sprich die fedrigen bis wolkigen Hinterlassenschaften, die sich oft hinter Flugzeugen am Himmel entlang ziehen. De Idee dahinter ist, dass diese Wolken eigentlich bestimmte Substanzen enthalten, wobei die Vermutungen von Metallpartikeln über Psychopharmaka bis hin zu Verhütungsmitteln gehen. Diese sollen entweder dem Treibstoff hinzugefügt worden, oder aber durch anderweitig angebrachte Sprühsysteme während des Fluges über den Himmel verteilt werden, entweder seitens der Regierung oder durch Beteiligung von Großkonzernen. Der Theorie nach sollte das dazu dienen die Bevölkerung bestimmter Landstriche zu vergiften, ruhig zu stellen, unfruchtbar zu machen […] Soweit die Hypothese.

Warum ist dem nicht so?

Es gibt eine ganze Reihe von logischen Gründen, die diese Theorie entkräften, selbst wenn man die Überlegung, dass unsere Regierung zwar nicht das Gelbe vom Ei sein mag, aber vermutlich auch nicht gleich ihre eigene Bevölkerung vergiften möchte, einmal beiseite lässt:

  • Zunächst müsste es ja Menschen geben, die diese Stoffe, egal welcher Art, herstellen, zum Flughafen bringen, in den Tank füllen oder die entsprechenden Sprühvorrichtungen etc. installieren und warten. Dazu müssten alle Flugzeugtechniker Bescheid wissen, denn Veränderungen am Flugzeug werden (zum Glück) haarklein überprüft, dasselbe gilt für die Reinigung von Tanks und so weiter und so fort. Eingedenk der Menge an Flugzeugen (und Kondensstreifen), die es in Deutschland gibt, müssten das verdammt viele Menschen sein! Und davon packt, über einen so langen Zeitraum, niemals jemand aus? Unwahrscheinlich. Egal ob aus moralischen, finanziellen oder strafrechtlichen oder welchen Gründen auch immer sonst, je mehr Menschen an etwas beteiligt sind, desto schwerer ist es geheim zu halten. Das schafft nicht einmal die Mafia.
  • Als nächstes müsste man sich überlegen, in welcher Konzentration diese Stoffe eigentlich vorliegen müssten. Könnte ich verhüten, indem ich einfach ab und zu etwas einatme, von dem ich sonst absolut nichts merke… würde ich machen. So ein Flugzeug muss ja zunächst einmal fliegen, wie viel Spielraum bleibt da wohl – neben Treibstoff und Nutzlast – für zusätzliche Stoffe? Und wie viel Luft soll man damit kontaminieren können? Auf jeden Fall aber nicht die unzähligen Kubikmeter, die zwischen Flugzeug und fasziniert hinaufstarrender Person am Boden darunter liegen! Auch würde es denkbar schwierig zu zielen, denn jeder kann erahnen, wie heftig und weit tragend die Winde in einer solchen Höhe sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ladung Chemie also, sagen wir mal in Gelsenkirchen herunterkommt, dürfte kaum höher sein, als dass sie in Graz oder Kopenhagen niedergeht. Nicht so gut in Sachen Planbarkeit, wenn man irgendetwas ausrichten möchte.
  • Schlussendlich bleibt die Frage der Überprüfbarkeit. Ein Massenspektrometer (vereinfacht gesagt ein Gerät, das die unterschiedlichsten Stoffe und ihre Konzentrationen beispielsweise in der Luft messen kann) ist zwar nicht gerade billig, aber auch kein Spaceshuttle. So könnte also der verängstigte Bürger ganz einfach die Konzentration von was auch immer er denn befürchtet, vor, während und nach Sichtung eines solche weißen Wolken hinterlassenden Flugzeugs messen. Eine Konzentration, wie sie notwendig wäre, um tatsächlich Auswirkungen auf Menschen zu haben, müsste sich auf diese Art mühelos nachweisen lassen. Des Weiteren müssten Wasser, Böden, Pflanzen… im vermeintlich betroffenen Bereich ja noch viel größere Mengen aufweisen. Alles also gar nicht so geheimnisvoll und versteckt, wie man meint.
Und was ist das nun wirklich und warum sieht das so unterschiedlich aus?

Das ist im Grunde sehr einfach: Flugzeuge stoßen neben Abgasen auch Wasserdampf aus, der in Höhen oberhalb von acht Kilometern zu winzigen Eiskristallen gefriert, die weiß wie Schnee aussehen. Wie diese Streifen genau geformt sind und wie lange sie bestehen bleiben, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab, davon wie Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wind und Bewölkung in diesem Moment gestaltet sind, und natürlich in welcher Höhe sich das Flugzeug befindet, sowie vom verwendeten Treibstoff.

Wikipedia, gemeinfrei

Wikipedia, gemeinfrei

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Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #Charles & Co

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Veröffentlicht auf 24. Mai 2014

Geschrieben von Cailb

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Veröffentlicht auf 20. Mai 2014

Zur Feier des guten Wetter gibt es diesmal ein richtiges Sommerrezept:

  • ~500g frische Erdbeeren

  • Saft einer Zitrone

  • 50-60g Puderzucker

  • 200ml Schlagsahne

  • 2 Päckchen Vanillezucker

  • 180g Milchreis

  • 750ml Milch

Der Milchreis wird einige Zeit vorher in der Milch bei kleiner Flamme und unter dauerndem Rühren etwa 30min gekocht, abkühlen lassen und dann kalt gestellt. Etwa 100g Erdbeeren zusammen mit dem Zitronensaft und dem Puderzucker fein pürieren. Sahne mit dem Vanillezucker mischen, steif schlagen und vorsichtig mit dem Milchreis vermengen. Die restlichen Erdbeeren vierteln (kleine halbieren) und unter das Püree mischen, dann abwechselnd Milchreis und Pürree mit Erdbeeren in breite Gläser schichten (unterste Schicht Milchreis, oberste Erdbeeren).

Zeit: ~60min

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Tipps:

Sieht sehr hübsch aus, aber der Einfachheit halber langt es auch den Milchreis auf einen Teller zu geben und die Erdbeersoße darüber zu kippen ;-) .

Erdbeer-Milchreis

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Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #Appetitanreger

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Veröffentlicht auf 15. Mai 2014

Es gibt Menschen, die sehen mit Brille gut aus. Es gibt sogar Menschen, die sehen mit Brille eindeutig besser aus, als ohne. Ich allerdings nicht. Mit Gestell auf der Nase bewegt sich meine Optik irgendwo zwischen Backfisch und Karbolmaus, Kontaktlinsen darf ich nicht tragen, und so war für mich seit dem 16. Lebensjahr sozusagen glasklar, dass sich an meiner Kurzsichtigkeit etwas ändern muss. Mit Erreichen der Volljährigkeit hieß es dann Gebrauchtwagen oder Augen, die Wahl fiel mir nicht schwer – auf vier Rädern stelle ich sowieso eher eine Gefahr für die restliche Welt dar. Damals gab es in meiner Heimatstadt einen der beiden besten Laser Deutschlands, allerdings in einer Privatklinik und dementsprechend überteuert. Andererseits werden Brillen natürlich auch jedes Jahr kostspieliger, und mit etwas Glück würde ich danach gut 25 Jahre ohne auskommen, das war schon eine Menge wert.

Also ab auf den Informationsabend, Vorgespräch, Internetrecherche, noch mal en detail den Ablauf erklären lassen – ich zähle mich zu den sehr vorsichtigen Menschen – und eine letzte Untersuchung, die eine stabile Dioptrienstärke von -2,0 und -2,5 ergab, mit Brille sogar leicht überkorrigiert. Dann war es so weit:

Ob ich eine Beruhigungspille will? Aber hallo! Am liebsten gleich zwei… oder fünf! Ne, dabei einschlafen darf ich ja auch nicht, wäre auch zu schön gewesen. Als nächstes gab’s Betäubungstropfen in die Augen, warten, Augenlider festkleben (ih!), und einen Saugnapf auf den Augapfel, denn der soll ja bleiben wo er ist. Dann wird der Augapfel mittels Laser längs angeschnitten, und ein schmales Scheibchen hochgeklappt. Klingt eklig? Ist es auch. Tut allerdings zum Glück nicht weh, man spürt nur einen gewissen Druck und merkt ansonsten gar nicht, was da passiert. Gelasert wird dann im Dunkeln, damit man auch die ganze Pupille erwischt, das Einzige, was man sieht, ist ein roter Punkt, den man fixieren soll – das ist der Laser. Sorgen um mögliche „Ausrutscher“ muss man sich aber nicht machen, denn die Augenoberfläche wird per Computer erfasst, um exakt zu lasern, und wenn die Pupillengrenze überschritten würde, schaltet sich das Gerät einfach von selbst ab. Der ganze Spaß dauerte etwa 30 Minuten, derweil ich – dem Geruch und Knistern nach – den Eindruck nicht loswurde, als gebrutzeltes Steak zu enden.

Direkt danach durfte ich einmal in die Dämmerung blinzeln: Sehe ich etwas? Ja? Gut! Gruselaccessoires, wie blutige Verbände, gibt es nicht, bloß eine überdimensionale, dunkle Sonnenbrille (sehr stylisch…). Ab da heißt es sechs Stunden lang die Augen geschlossen lassen und regelmäßig Antibiotikum und Tränenersatzflüssigkeit tropfen. Letztere wird sowieso zum guten Freund, denn die einzig nennenswerte Nebenwirkung sind einige Wochen lang ziemlich trockene Augen. Es folgen Nachuntersuchungen, etwa einen Tag, drei Tage, eine Woche und zwei Monate später. Am ersten Tag danach konnte ich bereits ganz gut sehen, bis zum dritten perfekt. Und dabei ist es auch geblieben – die Angelegenheit ist nun nahezu zehn Jahre her, und ich sehe immer noch prima und ohne je irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Einzige Besonderheit bei mir ist das Sehen kleiner Prismen, allerdings nur nachts bei ganz bestimmten Lichtquellen, und dadurch bedingt, dass ich eine extrem dehnbare Pupille habe, wegen der ich des Öfteren (unverdient…) auf meinen vermuteten Drogenkonsum angesprochen werde. Da ich die bunten Lichtspektren jedoch mittlerweile nicht einmal mehr bewusst wahrnehme, kann ich nur sagen, dass ich persönlich sehr zufrieden bin, und das Geld als gut investiert betrachte. :-)

Augen lasern lassen

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Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #Tante Emma

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Veröffentlicht auf 10. Mai 2014

Für alle die - wie ich - im tiefsten Herzen kleine Neurotiker sind.

Viel Spaß!!

Leider hat Over-Blog keine Lust den Link einzubinden, also müsst ihr ihn von Hand kopieren (-.-), sorry.

http://mariemarie0000.free.fr/fichiers/images/pop.swf

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Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #Fundgrube

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Veröffentlicht auf 8. Mai 2014

Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #MomentAufnahmen

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Veröffentlicht auf 6. Mai 2014

Ich lese gerne und reichlich, zugegebenermaßen häufig nicht die Großmeister der Literatur. So bemühe ich für die Fahrten von und zur Uni oft Krimis, deren Anspruch nicht übermäßig intellektueller Natur ist. Vor einiger Zeit begann ich daher guten Glaubens zwei Taschenbücher, eines von Karen Rose, das andere von Lisa Jackson – beides immerhin namhafte US-Bestsellerautoren. Was ich dann jedoch zu lesen bekam, rollte mir geradezu die Fußnägel auf (gut, dass ich Lederstiefel trage…). Dabei war es weniger die krude Geschichte, als Stil und transportiertes Menschenbild, die zu geistigen Krämpfen führten. Unter Anderem beglückten die Autoren den geneigten Leser folgendermaßen:

Karen Rose – Todesschrei
  • Unser leitender Beamter („dem sich die meisten Frauen nur zu gerne in die Arme werfen würden“) denkt nach wenigen Seiten deutlich intensiver darüber nach, was die Protagonistin „mit diesen Lippen wohl alles anstellen könnte“ als über den Mörder.
  • Derselbe Held beschließt, nach Begutachtung des Umgangs seiner Auserwählten mit seinen Neffen, dass die Lady mit den Monsterlippen die Mutter seiner Kinder wird und freut sich auch bereits darauf, dass sie ihn später am warmen Herd erwarten wird. Die zehnsprachige, Biltong-kauende, motorradfahrende Anthropologin „mit dem Aussehen eines Models“ muss dabei nicht notwendigerweise gefragt werden.
  • Ist anscheinend auch nicht notwendig, denn knapp elf Monate später sind die beiden nicht nur verheiratet, sondern sie ist selbstverständlich auch bereits schwanger, die kurze Beinahe-Folter- & Beinahe-Tod-Episode stört dabei nicht sonderlich.
Krimi-Klischees

Also mal ehrlich, Frau Schwarzer kann ich ja auch nicht leiden, aber so viel Chauvinismus und Kitsch auf einem Haufen ist schon nicht mehr zu ertragen.

Aber kommen wir zum zweiten Glanzstück:

Lisa Jackson – Bitter sollst du büßen
  • …und das schon während des Lesens. Denn hier hält man sich gar nicht erst mit „Kunst kommt von Können“ auf, sondern produziert Allerweltsphrasen und Wortwiederholungen in einer Dichte, die allein schon beeindruckt. Nach dem dritten „XY brach das Geschwindigkeitslimit…“, wohlgemerkt wörtlich, weiß dann auch der letzte Depp, dass der Typ wohl gern schnell fährt. Dass die Protagonistin nicht weiß, ob sie dem „ebenso attraktiven wie mysteriösen“ Nachbarn ihr Vertrauen schenken soll, wird auch mehr als ein halbes Dutzend Mal wiederholt. Gern auch auf einander folgenden Seiten. Mit ihrem Körper hat sie da allerdings erheblich weniger Probleme. Und wie oft will man schon eine Formulierung wie „1000-Watt-Grinsen“ lesen? Für das Lektorat scheinen ähnliche Qualitätsbeschränkungen gegolten zu haben, denn man ist sich anscheinend uneinig, ob die von der Protagonistin moderierte Radiosendung nun deutsch als „Mitternachtsbeichte“ oder englisch als „Midnight Confession“ bezeichnet werden soll. Auch für „Caller-ID“ ließ sich wohl nicht die richtige Übersetzung finden (Anruferkennung - ich helfe gerne…).
  • Und so alt, dass nur von Blutgruppen, anstatt von DNA die Rede ist, ist das Buch nun eigentlich auch nicht.
Krimi-Klischees
Nun mal ganz allgemein betrachtet, was lernen wir aus amerikanischen Krimis?
  • Heldinnen, egal ob Anthropologinnen, Pathologinnen, Kommissarinnen oder Zivilistinnen, verfügen grundsätzlich über mähnenartige Haare, teenagergleich schlanke Figuren und Attribute wie „Wangenknochen für die die meisten Models einen Mord begangen hätten“ (Jackson).
  • Dieselben Frauen werden zwar grundsätzlich als sehr gebildet, sportlich und selbstbewusst beschrieben, dürfen aber zwischendurch trotzdem nach aller Herzenslust zittern, weinen, sich an starke Schultern schmiegen und beschützt werden.
  • Männer dagegen dürfen dergleichen nie, egal was ihnen auch angetan wird. Hübsch sein müssen sie aber auch – da avanciert der Held mittels Lächeln schon mal „vom Katalogmodel zum Filmstar“ (Rose). Tja, liebe Mädels, seid nicht enttäuscht, wenn euch der Hauptkommissar beim nächsten Besuch auf der hiesigen Wache dann doch eher mit Krümelfänger, Halbglatze und Wampe entgegenkommt, in Deutschland ist das eben so.
  • Die heldenhaften Kerle sind auch grundsätzlich zu sexuellen Höchstleistungen imstande, völlig egal in welchem Zustand. Und, Jungs, wer von euch, über 30, kann dreimal in einer Nacht, nachdem er angeschossen oder verprügelt wurde? Aber hier ist jeder „der beste Liebhaber, den sie je hatte“ (Jackson).
  • Frauen dagegen haben zwar sexuelle Erfahrung, und sind keinesfalls prüde, aber auf keinen Fall zu viel der ersteren. Und mutieren sie auch beim Held zur Lustmaschine, wenn sie je vorher einen One Night Stand hatten, haben sie sich nachher selbstverständlich angemessen schlecht gefühlt. Es ist auch nie eine mit dominanten SM-Phantasien dabei, obwohl’s bestimmt lustig wäre (vor allem für den Held…).
Und noch?

Schwule Protagonisten existieren ebenso wenig wie Kettenraucherinnen. Nahezu jeder Held und jede Heldin hat ein tiefgreifendes Trauma, das ihn oder sie interessanter macht, aber natürlich nie so tiefgreifend, dass ernsthafte Probleme daraus resultieren. Keine Frau ist je frigide, bloß weil sie vergewaltigt wurde, kein Mann je impotent wegen ein bisschen Folter, und es wacht auch niemand weinend in einer stinkenden Lache seiner eigenen Pisse auf.

Gibt es da überhaupt noch Hoffnung?

Ja! Denn einige Autoren befleißigen sich trotzdem noch darin eine spannende Geschichte, interessante Charaktere oder eine beeindruckende Atmosphäre zu schaffen. Und halten das Gleichgewicht zwischen Serienkiller und Sex auf der richtigen Seite. Dazu zählen zum Beispiel die Romane von Fred Vargas, deren Akteure immer ebenso liebenswert wie ungewöhnlich, und mit großem Sprachgeschick gezeichnet sind. Ebenfalls ein Lichtblick stellte vor Kurzem „Russisches Requiem“ von William Ryan dar, dessen Plot zwar auch nicht übermäßig eingängig ist, der dafür aber so wunderbar detailgetreu den Eindruck vermittelt sich im Russland Anfang des 20. Jahrhunderts zu befinden, dass man es ihm verzeiht.

Also, nicht aufgeben, bei „amerikanischen Bestsellerautorinnen“ endet zum Glück nicht die literarische Krimiwelt.

Krimi-Klischees

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Geschrieben von Cailb

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Veröffentlicht auf 12. April 2014

  • 8 Scheiben weißes Sandwichtoast
  • 8 Scheiben roher oder gekochter Schinken
  • 8 Scheiben Emmentaler/Maasdammer
  • 8El Weißwein
  • Paprika, Muskat, Pfeffer, Schnittlauch, ½ Tl Salz
  • 3 Eier
  • ¼ l Milch
  • ¼ l Sahne
  • Butter

Zunächst wird das Toast getoastet und auf jedes ungefähr ein Esslöffel Weißwein getropft. Dann wird es mit Paprika bestreut und jeweils mit einer Scheibe Emmentaler und Schinken belegt schräg in eine ausgefettete hohe Auflaufform gestapelt. Nun werden die Eier getrennt und das Eigelb mit Milch, Sahne, Muskat, Pfeffer, Schnittlauch und Salz verrührt, während das Eiweiß in einem anderen Topf steif geschlagen wird. Schließlich wird das steife Eiweiß vorsichtig unter den Rest gehoben, und die Mischung in die Auflaufform über die Brote gegossen, so dass sie davopn bedeckt sind. Der Auflauf wird bei 180°C und Umluft gut 30min abgedeckt (!) im gründlich vorgeheizten Ofen gebacken.

Zeit: ~60min
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Ramequin mit Schinken

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Geschrieben von Cailb

Veröffentlicht in #Appetitanreger

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